Unterricht
Die offenen Stunden richten sich an erfahrene Übende, die den Körper in seiner Tiefe erforschen möchten. Im Mittelpunkt steht die fasziale Bewegungsweise: schwingend, elastisch, mehrdimensional.
Diese Praxis lädt dazu ein, den Körper nicht zu formen, sondern von innen her zu erleben. Bewegungen entstehen weniger aus willentlicher Kontrolle, sondern aus einem feinen, lauschenden Spüren – dem Sensing. Faszien reagieren nicht auf Kraft, sondern auf Aufmerksamkeit, auf Impulse, auf die Qualität von Kontakt. Durch langsame, aufmerksame Übergänge wird die fasziale Struktur angesprochen: Gleiten, Dehnen, Federn, Lösen.
Einzelne Haltungen werden länger gehalten, um dem Gewebe Zeit zu geben, sich zu reorganisieren. In diesen Momenten entsteht Raum, um zu spüren, wie Bewegung im Inneren entsteht – nicht als Technik, sondern als Antwort.
Das muskuläre System wird nicht ausgeblendet. Es bietet Struktur, Stabilität und Richtung. In der Verbindung mit der faszialen Ebene entsteht eine ausgewogene Praxis: kraftvoll, aber durchlässig – stabil, aber lebendig.
Die Lehrperson begleitet diesen Prozess mit präziser Aufmerksamkeit und einer Haltung des Respekts vor dem individuellen Körperwissen. Korrekturen treten in den Hintergrund; im Vordergrund steht das Erforschen, nicht das Erreichen.
Diese Form der Praxis stärkt die eigene Wahrnehmung und das Vertrauen in die natürliche Intelligenz des Körpers. Sie unterstützt die Fähigkeit, sich von innen heraus zu bewegen – verbunden, präsent und wach.